Freitag, 21. Dezember 2012

CD-Review: Deerhoof


Bei den bisherigen Alben ist mir das Rezensieren relativ einfach gefallen, es war irgendwie schon vorher klar wie das ganze aussehen wird. Bei der nun folgenden Band ist das etwas anders.
DEERHOOF sind eine Band, die schon seit  fast 20 Jahren Musik macht, die mir aber bis zu diesem Jahr nie wirklich über den Weg gelaufen ist.

So ist dann auch das zehnte Album "Breakup Song", das dieses Jahr erschienen ist, mein Einstieg in die Band gewesen und hat die Gruppe ziemlich schnell in den Fokus meiner Aufmerksamkeit gerückt, da es durch den umfangreichen Backkatalog auch noch viel zu entdecken gibt. Das vorliegende Album bietet ziemlich abgedrehten experimentellen Noise-Rock, der sich nirgends wirklich einordnen lässt. Nicht nur ist das Ganze stellenweise ziemlich wirr und zerfahren mit Hang zur unmusikalischen Klangkollage, dazu hat die Sängern noch eine Stimmlage, die mich immer wieder an ein Kleinkind erinnert, einen besseren Eindruck finde ich zumindest dafür nicht.  
Beim ersten Durchlauf dachte ich daher, dass die Kapelle mich einfach trollen will, aber das hat sich mit der Zeit gelegt. Auf jeden Fall  ist es der Band gelungen, ihre vielfältigen Ideen in kurze, knackige Songs zu verpacken die stellenweise richtiges Hitpotenzial besitzen.  Es ist dabei schwierig, zu versuchen, den Sound der Scheibe zu beschreiben, ohne ein langwieriges und meist auch doofes Track by Track-Review zu machen, aber DEERHOOF machen es einem anders echt schwierig. Obskure Drumpattern, Störgeräusche, völlig unpassende Riffs und Gitarreneinsätze, dann wieder Gesangsmelodien die überhaupt nicht zum Rest passen.
 Ich bin jedes Mal aufs neue fasziniert, was die Band sich in der halben Stunde so alles hat einfallen lassen.  Aber egal ob teilweise leicht ins kitschige abdriftende Schmachtfetzen wie 'Trouble With The Candyhands' oder Noise-Attacken wie am Ende von 'Zero Seconds Pause', Die Band schafft es das alles vernünftig rüberzubringen. Muss aber zugeben, dass ich ganz froh bin, dass das Album nur eine halbe Stunde dauert, da ich zwar meistens auf Repeat drücke, aber mehr als eine Stunde davon wohl bisschen viel wäre.
Tja, für wen ist das was? Keine Ahnung, ist ziemlich merkwürdige Musik, also würde mir als erstes Hati einfallen. Aber auch sonst sollte jeder Mal reinhören, interessant ist es allemal.

[Nezyrael]

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